Jona und Nala
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Monika lernte ich vor ca. 4 Jahren in Roquetas de Mar kennen. Mit ihr lernte ich, was es heißt für sein Glück zu kämpfen und wie gut das Schicksal es mit einem meinen kann.

Als ich mit meinem Freund in Roquetas Urlaub machte, waren wir eines Abends unterwegs um jemanden zu finden, der das Tierheim in Roquetas kennt und uns den Weg dorthin beschreiben könnte. Wir wollten dort einfach ein wenig helfen. 

Wir klopften an einem Haus, das man uns genannt hatte. Eine sehr freundliche Frau öffnete uns und als wir sagten, was wir wollten lud sie uns gleich zu einem Wein ein. 
Sie stellte sich als Monika vor. 
Wir setzen uns zu ihr in den Garten und es war als würden wir uns schon ewig kennen. 
Ganz stolz erzählten wir ihr, dass unser Hund gerade in diesen Tagen bei einer Züchterin geboren werden würde und wir jede Stunde auf eine Nachricht warten würden. 
Monika fand ziemlich schade. Aber wir waren ja so aufgeregt…
Ganz schnell fanden wir heraus, dass wir in Deutschland gar nicht weit voneinander entfernt wohnten.
Was für Zufälle es gibt… 
Monika versprach uns, uns am nächsten Tag mit ins Tierheim zu  nehmen, damit wir uns dort umsehen könnten. Ich fand das total klasse von ihr. 
Am nächsten Tag ging es ganz früh zum Tierheim. Monika reiste an diesem Tag wieder nach Deutschland.
Sie lief vor von einem Gehege zum anderen und erklärte und erzählte wer das sei, woher dieser Hund kam usw. Sie merkte gar nicht, dass ich nur damit beschäftigt war, meine Tränen zu trocknen, die mir unaufhörlich über die Wangen liefen. 
Als sie es dann doch irgendwann sah, nahm sie mich in die Arme und weinte mit. Ihr kennt ja Monika :-)

380 Hunde, jeder dieser Hunde sagte mit seinem Blick: „ Nimm mich bitte mit nach Hause.“

Ich war nach diesem Besuch tief bewegt und traurig.

In der nächsten Nacht konnte ich einfach nicht schlafen, die vielen lieben und wundervollen Hunde gingen mir nicht mehr aus dem Kopf.
Die restlichen Urlaubstage ging ich meinem Freund wohl ziemlich auf die Nerven und selbst als die Züchterin anrief, unser Hundekind sei geboren, konnte ich mich nicht mehr freuen.

Plötzlich stand für mich fest, ich will keinen Hund vom Züchter, die Züchterin findet gewiss ein schönes Zuhause für so einen Rassehund. Ich möchte einen Hund aus dem Tierheim, aus Roquetas.

Im Tierheim konnten wir uns keinen Hund aussuchen, da hätten wir ein schlechtes Gewissen den anderen 379 gegenüber gehabt. Außerdem war mittlerweile der Tag unserer Heimreise gekommen. Also wollten wir alles Weitere mit Monika in Deutschland regeln.

Gerade Zuhause angekommen, rief ich erst bei der Züchterin an und sagte ab, dann bei Monika. 
Monika freute sich wahnsinnig. Sie sagte, ein Transporter sei unterwegs aber da wäre kein Hund für mich dabei. 
Ich war zwar traurig, aber beim nächsten Mal würde es wohl klappen. Ca. 10 Min, später klingelte das Telefon. 
„Du wirst es nicht glauben“ Monika war ganz aufgeregt. „ Ein schwarzer Jagdhundrüde hat sich auf den Transporter geschmuggelt und wartet nur auf Euch. In ein paar Stunden sind sie da.“

Mein Freund und ich setzten uns sofort ins Auto und fuhren zu Monika. Bis der Transporter endlich kam, waren wir alle mit den Nerven am Ende, vor lauter Vorfreude.

Die Kisten wurden ausgeladen und als sich die Kiste mit unserem Hund öffnete war ich sofort begeistert. Dieser wunderwunderschöne Hund sollte jetzt meiner sein?
Ich konnte es gar nicht glauben. Die anderen beruhigten mich: „Warte mal ein paar Tage ab, dann sieht er schon anders aus.“
Ich verstand sie gar nicht, ok, das Fell war irgendwie grau uns sehr stumpf, außerdem war sie so rappeldürr, dass man die Rippen zählen konnte.

Ja genau. „SIE“ ist eine Podenco Mischlingshündin und ca. 6 Monate alt.  Wir haben sie Jona genannt. Ein Jäger durch und durch und ein Wildfang ohne Ende. 
Sie ist der schönste Hund der Welt geworden und so wahnsinnig lieb. 
Mittlerweile, und das sag ich nicht ohne Stolz, (Windhundbesitzer können das nachempfinden) kann sie ohne Leine laufen. 

Ich sage immer ich habe den schönsten und den süßesten Hund der Welt, auch wenn andere Hundebesitzer das von sich behaupten ;-)

Zum süßesten Hund der Welt kam ich natürlich auch durch Monika. 

Wir waren bei Monika zu Besuch, als sie einen Anruf aus Spanien bekam. Es seien 4 Welpen auf einem Parkplatz gefunden worden. Man bräuchte Monikas Hilfe.

Ich sagte spontan meine Hilfe zu, ich würde ein Hundekind bis zur Vermittlung nehmen. 

Ein Welpe sollte am nächsten Tag am Flughafen in Düsseldorf abgeholt werden. Eine Tierschützerin konnte ihn noch im Handgepäck mitbringen.

Monika und ich holten das Hundekind mit Jona im Schlepptau ab. Im Auto steckte Jona erst mal ihre dicke Nase in die Tasche. Sie hatte nicht mit kleinen scharfen Zähnchen gerechnet, das Hundemädchen in der Tasche knurrte aus tiefster Seele. 

Oh das konnte ja was werden. Ich holte sie erst mal heraus. „ Monika, ist die dick!!“ rief ich.
Sie war wirklich, das dickste Hundekind, das ich je gesehen hatte.
Später wussten wir warum, sie hatte den ganzen kleinen Hundebauch voller Würmer. Die arme Kleine. 

Sie kam mit zu uns. Wie lange würde ich sie behalten? Wissen Sie wie lange es dauert, bis man so ein Wesen ins Herz geschlossen hat und nie wieder abgeben würde? 

Klar wissen Sie es. Ca. 2 Sekunden…

In den nächsten Tagen wohnte die kleine Nala während unserer langen Spaziergänge in einem Rucksack vor meinem Bauch. Auch während der Autofahrten schlief sie in dem „Brustbeutel“.
Ich wollte mich nieeee  mehr von ihr trennen. Also musste ich den Vermieter und meine Eltern überzeugen. Die sollten ja ab und zu Babysitten.

Bei meinen Eltern war das kein Problem, sie standen hinter mir. 

Nur der Vermieter sagte: „ Entweder Sie entfernen den 2. Hund, oder wir werden die Wohnung kündigen.“ 
Da entfernten wir uns doch lieber.

Wir  suchten und fanden nach längerer Suche ein neues Zuhause für uns. 
Monika stand in dieser Zeit immer mit Rat und Tat zur Seite. Ohne sie hätte ich Nala vermutlich nicht mehr bei mir. Klar mit einem Hund findet man schneller eine Wohnung als mit zweien, das sagte uns jeder aus unserem Umfeld. Nur Monika nicht. 
„ Danke Monika, für den Mut und die Kraft, die Du mir gegeben hast!!!!“ ich wäre daran kaputtgegangen, mein Baby abzugeben.

Ich freue mich seitdem auf jeden neuen Tag und genieße ihn mit meinen 2 Mockels. 

Man muss dem Schicksal manchmal einfach vertrauen und vor allem so gute Freunde haben wie Monika. 

Auf den Bildern sind wir gerade mal wieder im Urlaub, in Holland. Das ist wunderschön dort am Strand. 
Mein Freund und ich können entspannende Spaziergänge geniessen, 
Nala kann dort buddeln ohne Ende und mit ihrem geliebten Quietschie spielen, bis sie keine Lust mehr hat. 

Das zeigt sie ganz genau, sie bringt ihn dann in die Dünen, macht Pipi daneben und kommt zu uns zurück.
Ich muss den Quietschie dann immer wieder zurück holen.
Jona kann dort laufen, laufen, laufen… Sie ist überglücklich. Als wir sie das erste Mal am Meer haben rennen lassen, war das so ergreifend, dass mir die Tränen in die Augen stiegen. 
Die Leine war los, sie guckte uns an, rannte ein Stück, kam zurück. Sprang um uns rum hüpfte und junkte. Das war wie „ Danke, danke!!!“

Seitdem waren wir schon sehr oft am Meer. Auch Dänemarks und Frankreichs
Strände haben wir 4 schon unsicher gemacht. 

Das nächste Bild ist auf meiner Hundewiese entstanden. 
Ich habe von Verwandten eine Wiese bekommen. Dort haben wir einige Agility Geräte aufgebaut. 

Nala findet das supergut und ist immer mit Spass bei der Sache. ( Klar, da gibt’s ja auch immer genug Leckerlis )

Jona macht mit, und kann das auch wirklich gut.

Aber ich glaube, sie tut es eher mir zuliebe.
Sie strolcht lieber auf der Wiese herum und geht den vielen Kaninchenspuren dort nach. 

Natürlich kommen auch immer einige ihrer Freunde zur Wiese.
Mittlerweile haben wir 3 Gruppen mit jeweils 4 - 5 Hunden. Da wird natürlich gespielt und getobt ohne Ende.  Und zwischendurch ein bisschen gearbeitet.

So wie jetzt,  kann das Leben ein Leben lang weitergehen :-)