LILLI

Wir sind die Leute von Lilli, in Spanien noch Lenchen heißend, die in diesen Tagen genau 1 Jahr in Deutschland ist.
Unsere Geschichte verlief anfangs nicht so glatt wie die z.B. von "Samy", die unserer Lilli bis aufs Haar gleicht.
Ich muss zugeben, dass Frau Duif sogar Bedenken hatte (zu Recht), uns ihr Lenchen mitzugeben.
Wir sind nicht mehr die Jüngsten und ich musste meinen Wunsch nach einem Hund (wir hatten beide noch nie einen) erst gegen die Skepsis meines Mannes und meiner Mutter, die mit im Haus lebt, durchsetzen.
Wir hatten uns dann mit zahlreichen Büchern vorbereitet, wurden dann aber von der Realität zunächst überrollt.
Lilli hatte es sicher anfangs schwer mit uns, wir haben sie wohl einfach nicht richtig verstanden.
So hat es ziemlich lange gedauert, bis sie zuverlässig stubenrein war, deshalb haben wir uns eine lange Zeit nirgendwo mit ihr hingetraut. Sie hat nach 3 Monaten noch bei meiner Mutter hingepinkelt und Häufchen gemacht!
Ein ebenso großes Problem war, wenn meine 2-jährige Enkelin kam, die ungestüm mit ihr spielen wollte, was natürlich auch nicht gut ging.
Und schließlich haben wir überhaupt nicht gewusst, warum sie nicht mit uns laufen und raus wollte. Und unter anderem deshalb hatten wir uns einen Hund angeschafft, damit mein Mann mit ihr laufen konnte! In allen Büchern war zu lesen, was man machen soll, wenn ein Hund zieht, aber wir konnten nirgendwo etwas finden über das Gegenteil. Das war schon ziemlich zum Verzweifeln.
Wenn nicht mein Mann sie trotz allem in sein Herz geschlossen hätte und wir vor allem ein 12-jähriges Tageskind bei uns haben mit einem großen tierliebenden Herzen, ich weiß nicht, ob ich doch aufgegeben hätte, ich war oft einfach überfordert.
Besser wurde es, als es wieder wärmer und heller wurde, als ich mit Enkelin und Hund in den Garten, als Lilli in der Sonne liegen und mit uns draußen sein konnte. Sie mag nach wie vor Kälte und vor allem Nässe überhaupt nicht, aber jetzt, wo es draußen wieder so ist, wissen wir das.
Wir haben den Sommer über eine Hundeschule besucht und gehen nun einmal die
Woche in einen Hundesport-Verein, öfters auf eine Hundewiese und einmal im Monat auf eine Wanderung in und um Köln mit mehr als 50 meist größeren Hunden.
Leider wurde Lilli gleich in der ersten Hundeschule-Stunde im Übermut von größeren Hunden umgeworfen; seitdem sucht sie trotz all unserer Bemühungen nur noch unsere und nicht mehr die Nähe von  Vierbeinern.
Sie hat auch große Vorbehalte gegen Männer, seitdem der Hundetrainer m.E. zu streng mit ihr war.
Aber uns hat sie offensichtlich alle unsere Anfängerfehler nicht übel genommen, und nun ist sie unser Familienmitglied, immer und überall dabei, verschmust, anhänglich, treu, lieb und problemlos.

Ich habe diese etwas andere Geschichte, die erst langsam eine Erfolgsgeschichte geworden ist, bewusst aufgeschrieben, um vielleicht anderen, denen es so geht wie uns, Mut zu machen, nicht aufzugeben, um des Hundes willen.

Ich glaube, ich hätte mein Leben lang beim Anblick eines Hundes ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn ich Lilli zurückgegeben hätte.

Wer übrigens ein Foto von ihr sehen will:
www.hunderun.de  "Da simmer dabei"-Hundegalerie, das derzeit letzte Bild

"Lilli aus Köln".