Unser Besuch im Tierheim Roquetas de Mar (Andalusien, Spanien)

und

Erfahrungsbericht über eine Flugpatenschaft

Ich möchte hier über unseren Besuch im Tierheim Roquetas de Mar und unsere Erfahrungen mit der Übernahme und Durchführung einer Flugpatenschaft berichten. 

Mein Name ist Willi Mispelbaum. Meine Frau Claudia, unser Sohn Florian und ich haben unseren Herbsturlaub 2005 in Roquetas de Mar (Andalusien, Spanien) verbracht. Dies hatte einen ganz besonderen Grund: zum einen wollten wir im Herbst noch die Sonne Spaniens geniessen, was man in Roquetas sehr gut kann und zum anderen wollten wir die Heimat unserer beiden Hündinnen Benji und Kira kennenlernen. 

Unsere beiden Hunde Benji und Kira stammen aus der Gegend von Roquetas de Mar und wir haben sie über die örtliche Tierhilfeorganisation (Tierschutzverein Roquetas de Mar, Tierheim “La Mojonera“) bekommen. Zuerst kam Benji im August 2003 zu uns und später Kira im März 2004. Wir haben beide über Monika Duif bekommen, die für das Tierheim Roquetas de Mar hier in Deutschland (Bedburg-Hau) eine Pflege- und Vermittlungsstelle betreibt.

Vielleicht kurz die Geschichte der beiden:
Wir haben beide als Welpen bekommen. Benji wurde in der Garage eines Spaniers geboren und wenn die Tierhilfe (durch einen Hinweis darauf) nicht so schnell reagiert hätte, wären Benji und ihre Geschwister wohl in der Mülltonne lebendig entsorgt worden. 
Kira wurde bereits mit 3 weiteren Geschwistern entsorgt, indem sie in einem Karton im geschätzen Alter von ca. 5 Wochen an Mülltonnen abgestellt wurde, wo sie ein tierlieber Mensch fand und ins Tierheim brachte. Kira war die Schwächste der 4 Welpen und niemand gab ihr eine Überlebenschance. Dank des persönlichen Einsatzes des Tierheimleiters Jos Goevers hat sie überlebt, weil er sie mit nach Hause nahm und aufgepäppelt hat.
Benji kam als “Flugpatenhund“ mit Monika Duif nach Deutschland. Kira kam auf dem “Landweg“ mit dem Tierheimtransporter mit nach Deutschland zu Monika Duif.
Wir sind sehr glücklich mit den beiden und die beiden sind heute ein Herz und eine Seele. Keine der beiden könnte mehr ohne die andere sein und auch wir wollen keine der beiden mehr missen. Deshalb haben wir es bisher noch nie bereut, 2 Hunde zu uns genommen zu haben und wir würden es auch wieder so machen!

Wie schon erwähnt wollten wir die Heimat unserer beiden Hunde und das Tierheim in der Nähe von Roquetas de Mar samt den dort tätigen Mitarbeitern kennenlernen und so lag es natürlich nahe, mal in dieser Gegend einen Urlaub zu verbringen.
Es stand ausser Frage, dass wir selbstverständlich auch 2 Hunde als Flugpaten mit nach Deutschland in ein schönes Leben nehmen wollten und so meldeten wir bereits bei der Urlaubsbuchung 2 Hunde für den 
Rückflug bei der Fluggesellschaft an und teilten die Flugdaten auch bereits den Mitarbeitern der Tierhilfe mit. 
Der Herbst kam und unser Urlaub auch. Wir flogen also nach Roquetas, von Köln über 
Palma de Mallorca (Zwischenlandung) nach Almeria. Über den Urlaub selbst möchte ich jetzt nicht ausführlich berichten, nur soviel: In Roquetas kann man einen ganz tollen Urlaub verbringen. Ich kann es jedem empfehlen einmal in dieser Gegend Urlaub zu machen.
In Roquetas haben wir dann zunächst den Ehrenvorsitzenden des Tierheims Hans Wörner und seine Frau Annelore besucht, bei denen unsere Benji und Kira damals ein paar Tage verbracht haben, bevor sie nach Deutschland zu Monika Duif kamen. Hans Wörner wollte es sich nicht nehmen lassen 
uns persönlich das Tierheim zu zeigen und so sind wir dann mit ihm dort hingefahren. 
Wir waren erstaunt wie gross das Tierheim dort ist und wieviele Hunde es beherrbergt. Bei unserem Besuch waren ca. 320 Hunde dort. Noch erstaunter waren wir, dass so wenige ehrenamtliche Helfer ein sehr hohes Arbeitsvolumen zum Wohl der Tiere bewältigen und dies sehr gut im Griff haben. 
Beim Gang durch das Tierheim kamen die meisten Hunde an den Zaun und waren froh, wenn sie nur ein paar liebe Worte hörten, mal gestreichelt wurden oder einfach mal eine Hand lecken durften. Uns war klar, dass alle diese Hunde im Tierheim bereits “gerettete“ Hunde sind und das es ihnen dort sehr gut geht. 
Dennoch sah man die flehenden Blicke der Hunde, sie doch mitzunehmen in ein schönes Zuhause. Ich denke, dies wird jeder verstehen und wer einmal in diese Hundegesichter gesehen hat, der fragt sich, wie man hierzulande zum Züchter rennen kann, um sich einen Hund zu holen, wenn dort eine Menge wirklich toller Hunde (grosse, kleine, Welpen, Rassen, Mischlinge, etc.) nur darauf warten, ein schönes Zuhause zu bekommen!?
Jeder dieser Hunde hat es verdient, ein schönes Zuhause zu bekommen und deshalb bitte ich die Leser dieser Zeilen, die einen Hund haben möchten, nicht zum Züchter zu gehen, sondern einen dieser hilfsbedürftigen Hunde aufzunehmen! Ich bin mir sicher: Er wird es Ihnen sein Hundeleben lang danken!
Wir waren sehr beeindruckt vom Tierheim und der Arbeit der Helfer vor Ort und nun wussten wir auch, wo unsere beiden Hündinnen Benji und Kira herkamen. Welche zwei Hunde wir am Abflugtag als Flugpaten mitnehmen würden, stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. 


Aufgrund unserer Anmeldung bei der Fluggesellschaft stand nur fest, dass es zwei kleinere Hunde (bis 6 kg) sein sollten, die wir in einer Hundetragetasche als Handgepäck mit in die Kabine nehmen durften.


Am Abflugtag wurden uns dann die beiden “Flugpatenhunde“ vom Ehepaar Wörner zum vereinbarten Zeitpunkt vor dem Einchecken zum Flughafen Almeria gebracht. Die Glücklichen waren Amalita und Samuel, zwei kleine Mischlingswelpen, auf die nun die Reise ins schöne Leben wartete.
Sie hatten kurz vorher noch ein Beruhigungsmittel für den Flug bekommen.
Wir bekamen dann die blauen EU-Tierausweise, in denen alle erforderlichen Impfungen und noch vieles mehr eingetragen waren, die wir dann beim Einchecken (unter Begleitung von Frau Wörner) vorzeigen mussten. Wir verabschiedeten uns dann vom Ehepaar Wörner und gingen dann zum Fluggate. Dort haben wir dann die beiden kurz aus den Taschen geholt, um sie nicht den “Strahlen“ des “Durchleuchtapparates“ auszusetzen.
Im Wartebereich waren wir dann der Anziehungspunkt von mehreren tierlieben Menschen, die die beiden total “süss“ fanden und die mehr über eine Flugpatenschaft wissen wollten. Natürlich gaben wir ihnen gerne und bereitwillig Auskunft darüber. Dann gings ins Flugzeug.
Die beiden stellten wir in ihren Hundetaschen zu unseren Füssen.
Unser Rückflug führte auch über Palma de Mallorca, wo wir in eine andere Maschine umsteigen mussten.
 Dort hatten wir ca. 1,5 Stunden Aufenthalt, bevor es dann mit einer anderen Maschine weiter nach Köln ging. In dieser Zeit haben wir die beiden natürlich aus den Taschen geholt, ihnen was zu trinken gegeben und sie mal ein wenig an der Leine rumgeführt.
Viel unternehmen wollten die beiden nicht, weil sie viel zu müde waren und so schliefen sie dann auf dem Arm schon wieder ein.
Gassi gehen war nicht drin, da wir nicht aus dem Transitbereich heraus durften. 
Aber sie mussten auch nicht und wenn es so gewesen wäre, dann hätten sie als Welpen auch dort gemacht und dann hätten wir es eben weggemacht. Auch hier In Palma waren wir wieder der Anziehungspunkt einiger tierlieber Menschen.
Dann ging es wieder ins Flugzeug und ein ca. 2-stündiger Flug nach Köln stand bevor.
Insgesamt haben sich die beiden in ihren Hundetaschen ruhig verhalten und so kamen wir dann in Köln stressfrei mit den beiden an.

Wir haben uns dann in Köln noch am späten Abend mit Andrea Jourgens getroffen, einer Mitarbeiterin der Tierhilfe, die dann die beiden zu Ihrer Pflegestelle nach Bedburg-Hau zu Monika Duif gebracht hat. Auch wenn man “nur“ als Flugpate fungiert hat, so hat man doch in der kurzen Zeit eine besondere Beziehung zu den Schützlingen aufgebaut und wenn wir nicht schon unsere Benji und Kira gehabt hätten, dann hätten wir die beiden selbst übernommen. 
Soweit wir heute (ca. 2 Wochen nach dem Urlaub) informiert sind, hat Samuel schon ein neues Zuhause gefunden und wir sind uns sicher, dass auch Amalita bald ihre Familie finden wird. Wir wünschen den beiden alles alles Gute und ein schönes Leben hier in Deutschland.

Noch ein paar Worte an alle die, die Flugurlaub machen:

“Geniessen Sie Ihren Urlaub und tun Sie gleichzeitig etwas Gutes!“

Bitte übernehmen auch Sie eine Flugpatenschaft, wenn Sie in einem südlichen Land Urlaub machen! Es entstehen Ihnen durch eine Flugpatenschaft im Regelfall keinerlei Kosten, wenn man von ein paar Telefonaten einmal absieht. Sie helfen damit den vielen Tierhilfen, die es überall in den südlichen Ländern gibt – mit Sicherheit auch in Ihrer Urlaubsregion in Spanien, Türkei, Griechenland und anderswo.

Setzen Sie sich am besten nach Buchung Ihres Urlaubs so früh wie möglich (im Idealfall ein paar Wochen vor Ihrem Urlaub) mit der Tierhilfe an Ihrem Urlaubsort in Verbindung. Die Adresse, EMail und Telefonnummer der örtlichen Tierhilfe erfahren Sie am schnellsten über die Suche im Internet. Die Tierhilfe benötigt nur die Flugdaten Ihres Rückfluges (mit: Fluggesellschaft, Flugnummer, Flugzeiten). Wenn Sie nicht selbst die Tiere für den Flug anmelden wollen, so wird das die Tierhilfe für Sie übernehmen. Ebenso werden die Kosten für den Transport von der Tierhilfe getragen. Wenn Sie möchten könnten Sie aber auch selbst als “kleine“ Spende diesen Betrag übernehmen. Sie würden die Tierhilfe damit sehr unterstützen. 
Kleinere Hunde (bis ca. 6 kg) können in einer geeigneten “Hundetasche“ mit an Bord in die Kabine genommen werden, grössere Hunde (schwerer als 6 kg) dürfen nicht mit in die Kabine, sie werden in einer Hundebox im Frachtraum befördert. 
Bei uns war es so, dass jeder Hund in der Kabine (bis 6 kg) bei Air Berlin mit 15,-- € (insgesamt) berechnet wurde (Almeria – Palma - Köln). 

Vielen Tierhilfen können Sie auch dadurch helfen, dass Sie auf Ihrem Hinflug Hundeboxen mit Hilfsgütern etc. als Sondergepäck mitnehmen. Auch hierfür übernehmen die Tierhilfen die Organisation und die Kosten. Deshalb wäre es schön, wenn Sie sich rechtzeitig vor  Ihrem Urlaub an die jeweilige Tierhilfe wenden.

Am Urlaubsort können Sie natürlich auch die jeweilige Tierhilfe vor Ort besuchen und sich ggf. schon mal mit Ihren “Flugpatenhunden“ bekannt machen, wenn diese dann schon feststehen. Bitte melden Sie sich aber vorher an, damit man auch Zeit für Sie hat. 

Für den Rückflug vereinbaren Sie dann mit der Tierhilfe einen Termin am Flughafen, kurz vor dem Einchecken. Ein(e) Mitarbeiter(in) der Tierhilfe wird dann mit Ihrem “Flugpatenhund“ vor Ort sein, Ihnen die Papiere (blauer EU-Tierausweis) mit dem Hund übergeben und diesen gemeinsam mit Ihnen Einchecken, sodass auch sichergestellt ist, dass alles ordnungsgemäss verläuft. 

Sie können sicher sein, dass die Hunde der Tierhilfe gesund sind, alle erforderlichen Impfungen aufweisen und auch sonst alle Bestimmungen (z.B.: Chip) erfüllen. 

Am Zielflughafen übergeben Sie Ihren Schützling dann wieder einer/einem Mitarbeiter(in) der Tierhilfe hier in Deutschland, die/der dort dann schon auf Sie wartet. Wenn sie einen grösseren “Flugpatenhund“ mitgebracht haben, dann besteht Ihre einzige zusätzliche Aufgabe darin, diesen Hund am Sondergepäckschalter (in der Nähe der Kofferausgabe) wieder abzuholen und diesen dann durch das Gate zu fahren, um ihn zu übergeben.

Sie sehen also … eine Flugpatenschaft ist mit sehr wenig Mühe verbunden und kostet Ihnen selbst garnichts. Für die Tierhilfen ist dies aber eine enorme Hilfe, denn Tiere dürfen nicht ohne Flugpate auf die Reise geschickt werden. 

Wir würden immer wieder eine Flugpatenschaft übernehmen. Bitte tun Sie das auch, wenn Sie Flugurlauber sind. Alle Tierhilfen suchen händeringend nach Flugpaten. Dies hat nichts, aber auch garnichts mit Hundehandel zu tun, sondern nur mit Tierschutz und mit  Menschlichkleit unseren Mitgeschöpfen gegenüber!

Mit einer Flugpatenschaft haben Sie die Chance aktiven Tierschutz zu betreiben, ohne dass Ihnen Kosten entstehen. Ich bitte Sie, nutzen Sie diese Möglichkeit und helfen Sie so mit, Tieren im Süden zu helfen, die im eigenen Land sonst keine Chance haben. Ich danke Ihnen im Namen dieser Tiere.

Natürlich möchte ich Sie ermuntern, auch mal in Roquetas de Mar Urlaub zu machen und dann für die örtliche Tierhilfe eine Flugpatenschaft zu übernehmen, weil mir diese Tierhilfe besonders am Herzen liegt (weil ja unsere beiden Hunde auch von dort kommen).

Zum Schluß meines Berichtes bitte ich Sie nochmals um Ihre Unterstützung für die notleidenden Tiere im Süden und für die vielen Tierhilfsorganisationen, die sich in aufopferungsvoller Arbeit (zum Teil unter Einsatz von Urlaub, Freizeit und eigenen finanziellen Mitteln) ehrenamtlich um die Tiere kümmern.

Ich möchte hier noch einen Spruch von Albert Schweitzer zitieren:
“So sehr mich das Problem des Elends in der Welt beschäftigt, so verlor ich mich doch nie im Grübeln darüber, sondern hielt mich an dem Gedanken, daß es jedem von uns verliehen sei, etwas von diesem Elend zum Aufhören zu bringen.“

Und so bitte ich Sie: Bringen auch Sie etwas von diesem Tierelend zum Aufhören – übernehmen Sie eine Flugpatenschaft!

Tierliebe Grüsse

Willi Mispelbaum
 

P.S.: Wenn Sie noch mehr Informationen benötigen, so rufen Sie mich einfach an oder mailen Sie mir. Gern bin ich bereit Ihnen alle Fragen zu beantworten.
Tel.: 02452/4924, EMail: info@wm-magic.de , Homepage: www.wm-magic.de